Shiatsu

Shiatsu-Behandlung, Bild © Karl Heinz Bornmüller

Shiatsu ist eine japanische Heilmassage, durch die der Energiefluß in den Meridianen (Energiebahnen) des Körpers angeregt wird.

Shiatsu ist in den letzten hundert Jahren in Japan entstanden und verbindet jahrtausendealte Techniken der chinesischen Meridianlehre und Akupressur mit modernen Massagetechniken.

Shiatsu wirkt tief entspannend, löst Blockaden, regt die Selbstheilungskräfte an und verbessert den energetischen Zustand des Körpers. Die Folge davon ist mehr Energie, Gesundheit und Wohlbefinden.

Shiatsu sollte vorbeugend angewendet werden, um den energetischen Zustand zu stabilisieren.

Es läßt sich gut einsetzen bei Patienten, die zu Muskelverspannungen neigen, die unter Dauerstreß leiden, oft Erkältungen haben und nur schwer abschalten können.

Shiatsu löst Muskelverspannungen und wirkt sich dadurch besonders gut bei Kopf- und Rückenschmerzen aus.

Shiatsu ist besonders gut bei allen Beschwerden, die mit Streß und Belastung in Zusammenhang stehen. Dazu gehören z. B. Schlafstörungen, Nervosität, Migräne, Menstruationsprobleme, allgemeines Unwohlsein, Potenzprobleme usw.

Shiatsu kann latente Probleme an den inneren Organen ausgleichen, so daß sie sich gar nicht erst verschlimmern. Bei bestehenden Organerkrankungen kann Shiatsu den Heilungsprozeß unterstützen, da es die Selbstheilungskräfte aktiviert.

Shiatsu wirkt nicht nur auf der körperlichen, sondern auch auf der emotionalen und geistigen Ebene. So kann es sein, daß z.B. unverarbeitete Gefühle, die im Körper gespeichert waren, an die Oberfläche kommen. Oder viele Menschen berichten, daß sie plötzlich Bilder sehen oder intensiver träumen, mehr Klarheit verspüren oder bewußter werden. Auch dies ist Teil des Heilungsprozesses. Bei vielen stellt sich eine innere Ruhe und Ausgeglichenheit ein.

Shiatsu-Behandlung, Bild © Karl Heinz Bornmüller Shiatsu heißt übersetzt 'Fingerdruck'. Es werden aber nicht nur die Finger oder Daumen zur Massage benutzt, sondern auch Handballen, Knie oder sogar die Füße. Auch Gelenkrotationen gehören zum Shiatsu. Bei einer Shiatsu-Massage wird nicht im herkömmlichen Sinne - nämlich mit Muskelkraft - massiert, sondern man setzt das eigene Körpergewicht ein und läßt die Schwerkraft für sich arbeiten. Shiatsu wird am bekleideten Körper durchgeführt, denn es wirkt auf das Energiesystem des Körpers. Das Energiesystem besteht u. a. aus Meridianen, das sind Energiebahnen,die den ganzen Körper durchziehen. Sie führen den einzelnen Organen, Organsystemen und Geweben Energie zu. Es gibt 12 Hauptmeridiane und 2 zentrale Gefäße, die diese Meridiane bzw. die Energie verbinden.

Alle Energiebahnen sind auch untereinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Alles ist vernetzt zu einem Energiekanalsystem, das den ganzen Körper mit Energie versorgt. Die Energiekanäle oder Meridiane sind an der Oberfläche des Körpers, gehen aber auch in die Tiefe und führen zu den einzelnen Organen bzw. Organsystemen. An der Oberfläche sind die Meridiane für unsere Hände direkt erreichbar und lassen sich mit Shiatsu oder Akupressur/Akupunkur gut behandeln. Die Akupunkturpunkte liegen auf den Meridianen. Shiatsu läßt sich wunderbar einsetzen, um den Energiefluß in den Meridianen anzuregen und Blockaden zu lösen.

Die zu versorgenden Organe bekommen wieder mehr Energie, so auch erkrankte Organe, die nach verbesserter Energieversorgung wieder regenerieren können. Die gesamte Energiezufuhr des Körpers wird durch Shiatsu-Behandlungen verbessert. In Japan wird Shiatsu gerne als vorsorgende Maßnahme eingesetzt, damit Krankheiten gar nicht erst entstehen und der Körper bzw. die Organe energetisch nicht unterversorgt werden. Shiatsu kann also vorbeugend, aber auch bei schon bestehenden Krankheiten eingesetzt werden.

Shiatsu basiert auf den Lehren der Akupunktur und der Traditionellen Chinesischen Medizin. Nach diesen Lehren sind alle natürlichen Erscheinungen aus Lebensenergie, auch Ki oder Qi genannt, gebildet, das selbst wieder in die beiden komlementären Kräfte Yin und Yang gegliedert ist. Yin und Yang beschreiben nichts anderes als die zwei Seiten einer Medaille. D.h., alles, was eine Vorderseite hat, besitzt auch eine Rückseite, bzw. alles, was ist, besitzt auch ein Gegenstück oder Gegenteil, ohne das es nicht existieren würde und mit dem es zusammen eine Einheit, ein Ganzes bildet. Es lassen sich alle Erscheinungen dieser Welt in Gegensatzpaare oder sich ergänzende Gegensätze einteilen: Winter - Sommer, Mann - Frau, hell - dunkel, Tag - Nacht, warm - kalt, Aktivität - Passivität usw. Yin und Yang sind nicht gegenständlich, sondern sind eine Form der Beschreibungen aller Erscheinungen.

Shiatsu-Behandlung, Bild © Karl Heinz Bornmüller Eine weitere Beschreibung ist das System der 5 Elemente, das auch die 5 Wandlungsphasen genannt wird. Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Hieraus entsteht die unendliche Fülle und Vielfalt aller körperlichen Erscheinungen und das Leben, wie wir es wahrnehmen.

Die Theorie der 5 Elemente liefert Einblicke in die Wechselbeziehung der Natur mit dem Menschen. Die fließende Wechselwirkung schafft überall Harmonie und Ordnung. Der Mensch ist ein Bestandteil der Natur, und in unserer inneren Struktur und Funktion spiegelt sich die äußere Ordnung des Universums. Wie die physchische Welt erleben wir Blüte und Verfall und sind von Jahreszeiten und anderen Zyklen abhängig. Wenn wir in unserer Lebensweise die innere Einheit mißachten und die Naturprozesse ignorieren, geht das innere Gleichgewicht und Wohlbefinden in zunehmendem Maße verloren. Das System der 5 Elemente ist der Versuch, die physischen Erscheinungen zu klassifizieren und Einsicht in die universellen Prozesse und Gesetze sowie ihre Auswirkungen auf uns zu verschaffen.

Jedes Element steht in einer Beziehung zu anderen Aspekten der Bewegung, der Struktur und zu den lebenswichtigen Organen des Körpers. Es gibt verschiedene Zyklen in diesem System, so nähren bzw. kontrollieren sich die Elemente gegenseitig. Störungen eines der 5 Elemente oder ihrer Beziehung zu anderen Elementen wirken sich auf das physische und psychische Gleichgewicht eines Menschen aus. Dies laßt sich dann an z. B. der Hautfarbe, dem Klang der Stimme, der Stimmungslage usw. ablesen.

Die zwölf Meridiane und zwei Gefäße

Im Körper verlaufen zwölf Hauptmeridiane (sechs Yin- und sechs Yang-Meridiane), um alle Organe und Gewebe mit Energie zu versorgen und zwei Gefäße, die alle Energien (Yin und Yang) miteinander verbinden.

Auf den menschlichen Körper bezogen, sind die Innenseiten der Extremitäten und die Vorderseite des Rumpfes als Yin anzusehen. Mit ihnen treten wir unserer Umwelt offen entgegen und nehmen sie in uns auf. Es sind aber auch unsere verletzlichen Seiten, die wir nicht jedem offenbaren. Dort verlaufen die Yin-Meridiane. Die Außen- und Rückseiten des menschlichen Körpers sind als Yang anzusehen. Dort verlaufen die Yang-Meridiane. Yang sind die wehrhaften Seiten unseres Körpers, mit denen wir uns schützen wollen. Gerade am Rücken entwickeln viele Menschen einen regelrechten Schutzpanzer aus verhärteter Muskulatur und Bindegewebe.

 
Element Yin-Meridiane Yang-Meridiane
Holz Leber Gallenblase
Feuer Herz
Perikard
Dünndarm
Dreifacher Wärmer
Erde Milz Magen
Metall Lunge Dickdarm
Wasser Niere Blase
  Konzeptionsgefäß
oder Ren Mo
Lenkergefäß
oder Du Mo
Tabelle: Übersicht der Meridiane
Element Holz Zurück zur Übersicht der Meridiane

Die Kraft des Holzes tritt am Morgen und im Osten zutage, in der Geburt und in jedem Neubeginn. Das Holz ist das erste Element des Zyklus. Es wird auch das junge Yang genannt. Im menschlichen Körper manifestiert es sich in Leber und Gallenblase, in Muskeln und Sehnen, in den Augen und Tränen. Im emotionalen Bereich bringt das Holz die Wut hervor, den Ärger und die Reizbarkeit; im Geist die Lust an Bewegung und Wachstum, das Planen und Entscheiden, den Unternehmungssinn und den Entdeckergeist. Die dem Holz zugeordnete Farbe ist Grün, der stimmliche Ausdruck ist die laute Stimme, die Reaktion in Belastungssituationen ist die Kontrolle, der Geschmack ist sauer, die Körperflüssigkeit die Tränen. Das Klima ist der Wind, die Jahreszeit der Frühling und die Lebensphase Kindheit und Jugend. Die Natur der Holz-Energie ist die Expansion, das Sichausbreiten in alle Richtungen.

Das Holz liebt Entspannung, Ruhe und Gelassenheit. Ist das Holz-Element im Ungleichgewicht, sollte man sich mehrmals am Tag hinlegen und entspannen.

Starker Ärger, Wut und Zorn bringen das Holz-Element aus dem Gleichgewicht, genauso aber auch der Versuch, diese Gefühle zu unterdrücken. Durch die Unterdrückung richtet sich die Energie gegen einen selbst und Krankheiten, z. B. Autoinmmungeschehen wie Allergien, Neurodermitis und rheumatische Erkrankungen können entstehen. Aber auch die Unterdrückung der eigenen Kreativität, ebenfalls eine Holz-Energie, läßt Krankheiten wie Migräne, Menstruationsbeschwerden entstehen. Scharfer Geschmack stört die Harmonie des Holzes. Schädigend wirken sich auch Alkohol, Nikotin, Kaffee, Drogen und Medikamente aus. Alle Extreme verbrauchen Holz-Energie.

Leber-Meridian Zurück zur Übersicht der Meridiane
Funktion:

Speichert Nährstoffe und Energie für den Körper. Fördert die Widerstandskraft gegen Krankheiten. Trägt zur Blutbildung und Reinigung bei und hält so den Körper gesund.

Die Leber-Energie wird oft mit einem General verglichen, der mit klarem Blick die innere Ordnung von Körper und Seele aufrecht erhält. Diese Energie befähigt uns, zu planen und klar zu sehen, wohin wir wollen. Die Leber speichert Blut und Nährstoffe und gibt dem Körper innere Spannkraft und Widerstandskraft. Sie sorgt für einen freien und gleichmäßigen Fluß der Gefühle. Disharmonien in der Leber-Energie zeigen sich z. B. in Sehstörungen, Gelbsucht, Sehnenscheidenentzündungen, Muskelkrämpfe, Kraftlosigkeit und Impotenz, aber auch in einem ungeduldigen, leicht aufbrausenden Temperament. Geistige und körperliche Unbeweglichkeit bzw. Unnachgiebigkeit oder auch die Unfähigkeit, Vorstellungen und Visionen von der Zukunft zu haben, können andere Hinweise sein.

Gallenblasen-Meridian Zurück zur Übersicht der Meridiane
Funktion:

Verteilt die Nährstoffe und hält die gesamte Energie im Körper mit Hilfe der Hormone und Sekrete, wie Gallenflüssigkeit, Speichel, Magensäure, Insulin u. a., im Gleichgewicht. Die Gallenblase ist das ausführende Organ der planenden Leber und erhält das Gleichgewicht in Körper und Psyche.

Die Gallenblasen-Energie befähigt uns, abzuwägen und zu raschen und klaren Entscheidungen zu kommen. Bei Störungen können Gallensteine und Gallenkoliken entstehen. Migräne, Schulterschmerzen, Hüftgelenksbeschwerden, und auch Ischiasbeschwerden können andere Hinweise sein. Ebenso die Neigung zu vorschnellen Entscheidungen, oder aber, wenn es schwer fällt, Entscheidungen zu treffen.

Element Feuer Zurück zur Übersicht der Meridiane

Die Kraft des Feuers manifestiert sich zu Mittag und im Süden, in jeder Blütezeit, in der Hitze und im Sommer. Das Feuer folgt dem Element Holz in dem Zyklus der 5 Elemente. Mit Holz macht man Feuer. Es wird auch das alte Yang genannt. Im menschlichen Organismus verkörpert sich das Feuer in Herz und Dünndarm, im Perikard (Herzbeutel). Es manifestiert sich in der Zunge und in den Arterien, Venen und Kapillaren. Seine Körperflüssigkeit ist der Schweiß.

Die Emotion des Feuers ist die Freude, der stimmhafte Ausdruck ist das Lachen, die Jahreszeit der Sommer und die Lebensphase das junge Erwachsenenalter. Die Farbe ist rot, der Geschmack der bittere, das Klima ist heiß. Das Sinnesorgan ist die Zunge, der Ausdruck die Sprache, der Glanz der Feuers zeigt sich im Gesicht. Im geistigen Bereich verschaffte es Überblick und Bewußtheit. Die Feuer-Energie ist vertikal aufwärts gerichtet, von den Tiefen der Erde zum Himmel, vom dumpfen Beharren zum Bewußtsein, entgegen der Richtung der Gravitation.

Liebe, emotionale Wärme und Zuwendung harmonisieren das Feuer im Menschen, ein Mangel schwächt das Element. Spazierengehen harmonisiert und beruhigt das Feuer. Es wird angeregt durch freudiges Erleben, Tanzen oder durch Genußmittel wie Kaffee, Tee, Sekt. Eine Überstimulierung mit den Genußmitteln schwächt das Feuer. Andauernde Überreizung und ständige geistige Konzentration schädigen das Feuer. Ein Ausgleich wird durch körperliche Aktivitäten erreicht.

Störungen der Feuer-Energie:
viel Reden, innere Unruhe, übermäßiges Schwitzen, nervöse Anspannung, hohe Erregungsbereitschaft, Unklarheit im Denken und Sprechen (Stottern, unfertige Sätze), Nervosität aus Ängstlichkeit, Unsicherheit, übervorsichtig sein.

Störungen und Krankheiten, die bei Ungleichgewicht entstehen können, sind Schlafstörungen, Bluthochdruck, Herzinfarkt usw.

Meridiane:

Herz + Perikard: Kreislauf

Dünndarm + Dreifacher Wärmer: Verdauung, Assimilation
Herz-Meridian Zurück zur Übersicht der Meridiane
Funktion:

Verkörpert Mitgefühl und steuert über das Gehirn und die fünf Sinne Emotion und Geist, wie auch die Blutzirkulation und den gesamten Körper.

Das Herz ist der Sitz des Geistes, der höchsten - intuitiven - Intelligenz. Es wird oft mit einem König verglichen, der seine Untertanen mit Einsicht und Verständnis regiert. Die Herz-Energie sorgt für die Harmonie der verschiedenen Meridian-Energien, vor allem für die Harmonie unserer Seele und unserer Gefühle. Sie gibt uns innere Ruhe und Klarheit des Geistes. Außerdem steht sie in Beziehung zu den fünf Sinnen und geistigen Aktivitäten. Ein Ungleichgewicht der Herz-Energie kann sich bemerkbar machen als innere Unruhe, Nervosität, seelische Erschöpfung oder Schlafstörungen. Sprachprobleme, Engegefühl in der Brust, Verkrampfung der Bauchorgane oder auch ein häufiges 'Einschlafen' des kleinen Fingers können andere Hinweise sein.

Perikard-Meridian Zurück zur Übersicht der Meridiane
Funktion:

Unterstützt die Herzfunktion im Zusammenhang mit dem Kreislauf und wirkt sich auf Herzbeutel, Herzarterie und das Arterien- und Venensystem insgesamt aus. Steuert auch die Nahrungsverwertung und die Durchblutung.

Perikard bedeutet Herzbeutel. Der Herzbeutel umhüllt und schützt das Herz. So ist auch die Perikard-Energie zum Schutz der Herz-Energie. Desweiteren wirkt die Energie auf das Kreislaufsystem, also die Durchblutung und den Blutdruck. Sie gibt uns die Fähigkeit, in Zeiten der Aufregung Ruhe zu bewahren und ist dabei, wenn uns etwas großen Spaß macht. Hinweise auf Störungen dieser Energie sind Schmerzen in der Brust, Herzrasen, Durchblutungsstörungen in Armen oder Beinen, hoher oder niedriger Blutdruck, aber auch innere Unruhe, Nervosität, sexuelle Gefühlskälte oder die Unfähigkeit sich wirklich über etwas zu freuen.

Dünndarm-Meridian Zurück zur Übersicht der Meridiane
Funktion:

Beeinflußt über den Transport und die Verdauung von Nahrung den gesamten Körper.

Die Aufgabe der Dünndarm-Energie ist es, Reines von Unreinem zu trennen. D. h. die von uns aus der Umwelt aufgenommenen Eindrücke danach zu unterscheiden, ob wir sie brauchen oder ob sie unbrauchbar oder sogar schädlich sind. Um den brauchbaren Teil der Nahrung (physischer oder seelischer Natur) verwerten zu können, müssen wir ihn in unserem Körper integrieren, d. h. zu einem untrennbaren Teil von uns machen. Auch dies ist die Aufgabe der Dünndarm-Energie. Außerdem schützt sie die Herz-Energie, die sonst zu verletzlich wäre.

Hinweise auf eine Störung der Dünndarm-Energie können z.B. Verdauungsstörungen und Darmerkrankungen sein. Aber auch Anämien, Hörstörungen, Nackenprobleme oder Schulter- und Ellenbogenbeschwerden.

Dreifacher Wärmer Zurück zur Übersicht der Meridiane
Funktion:

Unterstützt die Dünndarmfunktion. Steuert auch das seelische Befinden und die inneren Organe, bringt die Energie im gesamten Körper in Umlauf. Schützt die Funktion des Lymphsystems. Der obere Teil des Meridians steht in Beziehung zum Brustraum, der mittlere Teil zum Solarplexus und der Teil über und unter dem Bauchnabel zum Bauchfell wie auch zur Durchblutung der Gliedmaßen.

Nach den Vorstellungen der traditionellen fernöstlichen Medizin befinden sich im Körper drei Brennkammern, die innere Quellen von Lebensenergien darstellen. Sie entsprechen den Körperhöhlen Brust-, Bauch- und Beckenraum. Die obere Brennkammer, die dem Brustraum entspricht, sichert uns Energie aus der Atmung. Sie steht in besonderer Beziehung zur Lungen- und Herz-Energie. Im Bauchraum gewinnen wir Energie durch die Nahrung. Diese mittlere Brennkammer steht vor allem für die Milz- und Magen-Energie. Die untere Brennkammer, der Beckenraum, steht für die Nieren-Energie, deren Feuer den Körper erwärmt und lebensfähig hält. Der Dreifache Wärmer regelt das Zusammenspiel dieser drei Brennkammern und hat große Bedeutung für alle Lebensvorgänge. Ein harmonisches Zusammenspiel der drei Kammern ist Voraussetzung für unsere körperliche und seelische Abwehrfähigkeit. Störungen der Dreifachen Wärmer-Energie können sich in den Funktionen aller anderen Meridiane und Organe äußern. Auch Störungen der köperlichen und seelischen Schutzfunktionen können auf Disharmonie des Dreifachen Wärmers hinweisen, wie z.B. allgemeine Lymphknotenschwellungen, häufige Infektionen sowie ein überstarkes Schutzbedürfnis oder übertriebene Vorsicht.

Element Erde Zurück zur Übersicht der Meridiane

Die Jahreszeit der Erde ist der Spätsommer. Es ist die Zeit, in der die Natur Wärme, Fülle und Überfluß zeigt. Es ist die Zeit der Ernte und der Erntedankfeste. Es ist die Zeit des Sammelns und der Sammlung, denn der Höhepunkt des Sommers ist überschritten. Während der Mensch im Frühjahr nach vorne blickt und auf den Sommer hin lebt und im Sommer selbst den Augenblick genießend die Gegenwart erlebt, beginnt er im Spätsommer, auf das Gewesene zurückzuschauen und es zu verarbeiten. Der Erde ist als Himmelsrichtung die Mitte zugeordnet. Sie ist weder Yin noch Yang. Der Spätsommer ist der Übergang der Yangphase der Natur zur Yinphase. Im Frühjahr und Sommer überwiegen die Kräfte des Lichts, alle Erscheinungen der Natur breiten sich aus, wachsen empor und wenden sich dem Himmel und der Sonne zu. Im Herbst und Winter überwiegt das Dunkle. Die Natur verkriecht sich und zieht sich in sich selbst zurück. Die Farben der Erde sind Gelb und Braun, ihr Klima ist feucht, denn ohne Wasser und Feuchtigkeit kann sich die Fülle und Fruchtbarkeit der Erde nicht entfalten.

Die Emotion der Erde ist das Mitgefühl und die Sorge, der stimmliche Ausdruck ist das Singen, der Lebensabschnitt ist das mittlere Erwachsenenalter. Die Erd-Energie manifestiert sich in der Milz/Bauchspeicheldrüse und im Magen. Der Geschmack ist süß, das Körpergewebe ist das Fleisch. Das Sinnesorgan ist die Zunge (schmecken), die Körperflüssigkeit der Speichel. Die Kraft des Erd-Elements zeigt sich auf den Lippen. Die Erde liebt ansprechende Nahrung. Das richtige Maß ist genauso wichtig wie Ruhe beim Essen. Zuviel oder zuwenig Essen schwächt das Element, zu süß oder ein Übermaß an Genußmitteln, kalten Speisen oder Rohkost ebenfalls.

Die Erde liebt ein harmonisches Zuhause. Geschwächt wird sie durch häufigen Wohnortwechsel und auch durch zuviel Reisen.

Thema des Erd-Elements ist das Nährende, Mütterliche, Mitgefühl, Akzeptanz, Geben und Nehmen, Ausgleichung und Abgrenzung.

Hinweise auf Störungen der Erd-Energie können Magenbeschwerden, Verdauungsstörungen und Hauterkrankungen sein. Wenn die Rhythmik (Geben und Nehmen) gestört ist, wie z. B. bei Schlafstörungen, Atem-, Menstruationsbeschwerden usw., kann das ebenfalls ein Hinweis auf ein bestehendes Ungleichgewicht im Erdelement sein.

Milz-Meridian Zurück zur Übersicht der Meridiane
Funktion:

Verdauung bzw. Energiegewinn aus der Nahrung, sowohl körperlich als auch seelisch-geistig. Die Milz-Energie ist für die Funktion von Speicheldrüsen allgemein und der Bauchspeicheldrüse zuständig. Der Milz-Meridian steht aber auch in Zusammenhang mit den Fortpflanzungsorganen, der Brust und den Eierstöcken. Geistige Erschöpfung wirkt sich auf die Milz aus, Bewegungsmangel auf die Verdauung und die Hormonausscheidung.

Milz:
· hält die Flüssigkeit des Körpers in ihren Bahnen und die inneren Organe an ihrem Platz
· steht ferner im Zusammenhang mit dem hormonellen Zyklus der Frau
· regiert das Immunsystem
· steht in besonderer Beziehung zum Denken

Störungen der Milz-Energie:
· Verdauungsschwäche, Magenbeschwerden, trockener Mund
· Menstruationsprobleme, Gebärmuttersenkungen
· Über- oder Untergewicht
· Neigung zu blauen Flecken
· Knieleiden
· Müdigkeit, Schlappheit
· zu sehr im Kopf sein, zuviele Gedanken
Magen-Meridian Zurück zur Übersicht der Meridiane
Funktion:

Die Magen-Energie befähigt uns, Nahrung aufzunehmen, nicht nur physische, sondern auch seelische und soziale Nahrung. Sie ist verantwortlich für das Zusammenspiel von Magen, Speiseröhre und Zwölffingerdarm. Die Magen-Energie läßt uns Hunger und Appetit spüren, steuert Brustdrüsen und Milchbildung, steht in Beziehung zur Funktion der Eierstöcke und zum Menstruationszyklus.

Störungen der Magen-Energie:
· Magendrücken, Appetitlosigkeit, Sodbrennen, Übelkeit
· Magengeschwüre
· Neigung, zu hastig und zu viel zu essen
· Milchbildung gestört
Element Metall Zurück zur Übersicht der Meridiane

Die Jahreszeit des Metalls ist der Herbst, eine Zeit der späten Reife und Ernte, eine Zeit des Abschiednehmens von der Wärme des Sommers und den angenehmen Tagen des Nachsommers. Das dem Metall zugeordnete Grundgefühl ist die Trauer. Die Tage werden kürzer und kälter, und Pflanzen, Tiere und Menschen beginnen, sich in sich selbst zurückzuziehen. Diese Tatsache verdeutlicht den Kernbegriff des Metalls: Kondensation und Konzentration; die Kräfte gehen nach innen. Die Kraft der Konzentration ist der expansiven Kraft des Frühlings, des Holzes genau entgegengesetzt. So wie das Holz das junge Yang genannt wird, verkörpert das Metall das junge Yin. Seine Himmelsrichtung ist der Westen, sein Klima trocken, die Tageszeit der Abend. Das Metall steht für Struktur und Raum, der stimmliche Ausdruck ist traurig oder ausdruckslos, der Lebensabschnitt ist das reife Erwachsenenalter. Die Farbe ist weiß, der Geschmack scharf, das Körpergewebe ist die Haut, die Körperflüssigkeit ist der Schleim. Der Glanz zeigt sich in den Körperhaaren. Die Energie manifestiert sich in Lunge und Dickdarm.

Das Metall liebt Bewegung an frischer Luft, so daß Atmung und Kreislauf stimuliert werden. Das Metall braucht ausreichend Raum und Zeit. Störungen des Metalls reagieren mehr als die anderen Elemente positiv auf körperliche Übungen, auch auf Atemübungen.

Nähe und Distanz ist das Thema des Metall-Elements, ebenso wie Loslassen, Abschied nehmen, Verinnerlichung. Menschen mit Störungen in diesem Element leben häufig in der Vergangenheit, sind unfähig, alte Dinge loszulassen. Die Folge ist tiefe Traurigkeit, allgemeiner Weltschmerz, Melancholie. Es zeigt sich aber auch in Zurückgezogenheit, Starre, Fanatismus und übertriebener Sauberkeit. Bei einem Ungleichgewicht im Metall-Element treten Sörungen und Krankheiten im Lunge- und Darmbereich, sowie der Haut auf.

Zeitmangel und Hektik schwächen das Element, ebenso Rauchen, trockene Luft und Luftverschmutzung. Metall wird belastet durch tiefe Trauer oder die Unfähigkeit zu Trauern, durch hoffnungslose Lebenssituationen und durch große Probleme in der Beziehung zum Vater. Auch schleimfördernde Lebensmittel wie z. B. Milch stören das Element.

Lungen-Meridian Zurück zur Übersicht der Meridiane
Funktion:

Das Aufnehmen von Energie aus der Luft, die für den menschlichen Körper lebenswichtig ist, sowie Aussscheidung durch den Ausatmungsprozeß. Die Atmung ist die Quelle der Lebensenergie. Lungen repräsentieren unsere Gesamtenergie und unsere Persönlichkeit, die es uns ermöglicht, in Kontakt zu anderen Menschen zu treten. Es wird ein Schutzmechanismus gegen Einflüsse von außen aufgebaut.

Störungen der Lungen-Energie:
· Atembeschwerden
· häufige Erkältungen oder Infektionen der Luftwege (Schnupfen, Bronchitis)
· Energiemangel, der sich in Müdigkeit, Niedergeschlagenheit oder Depression äußert
· sich emotional verschließen und von der Außenwelt zurückziehen
Dickdarm-Meridian Zurück zur Übersicht der Meridiane
Funktion:

Unterstützt die Lungenenergie, ermöglicht die Befreiung von Abfallstoffen durch Ausscheidung über Haut und Darm. Diese Energie löst energetische Stagnationen im Körper auf und gibt die Fähigkeit, einmal Begonnenes zu Ende zu führen, ohne zu ermüden.

Störungen der Dickdarm-Energie:
· häufige Erkältungen, verstopfte Nase
· Nebenhöhlenentzündung
· Furunkel
· Kopfschmerzen
· Verstopfung, Durchfall
· Hämorrhoiden
· Hautprobleme
· Verhaftung in Vorstellungen oder Situationen, dadurch keine Weiterentwicklung
· beginnen gerne etwas Neues, verlieren aber schnell das Interesse oder die Ausdauer, es zu Ende zu führen
Element Wasser Zurück zur Übersicht der Meridiane

Die Jahreszeit des Wassers ist der Winter, die Zeit der kurzen Tage und der langen Nächte. Die Natur, das Leben hat sich ins Innere zurückgezogen, die Lebenskräfte schlummern in den Samen, dem Neubeginn. Der Winter ist die Zeit zwischen Tod und Wiedergeburt. Das Wasser wird das alte Yin genannt, das kalte Dunkel. Sein Grundgefühl ist die Angst, die essentielle Angst ums Überleben. Die Reaktion in Krisensituationen das Zittern. Der Geschmack ist salzig, der stimmliche Ausdruck ist die nörgelnde, sich beklagende Stimme. Das Sinnesorgan sind die Ohren (Hören), der Glanz zeigt sich in den Kopfhaaren, das Gewebe sind die Knochen, das Knochenmark und die Zähne, die Körperflüssigkeit ist der Urin. Das Klima ist kalt. Seine Himmelsrichtung ist der Norden, seine Farbe blau-schwarz, seine Zeit die Nacht, die Lebensphase ist das hohe Alter. Die Wasser-Energie manifestiert sich in Nieren und Blase.

Das Wasser liebt Aktivität und Ruhe in richtiger Dosierung, ein gleichmäßiges Abwechseln von Arbeits- und Ruhephasen. Das Wasser liebt gesunde, ausgewogene Ernährung, nicht zuviel und nicht zuwenig. Das Wasser liebt die Freude im Leben.

Das Element Wasser wird durch andauernde Angst, vor allem unbewußte Angst, Dauerstreß, unregelmäßigen Lebensstil, Schlafmangel, Dauerlärm, Dauerberieselung mit Licht und zuviel Sex geschwächt.

Bei Störungen des Wasser-Elements können Beschwerden im unteren Rücken, Bandscheiben- und Ischiasbeschwerden, Beinbeschwerden, sowie Krankheiten des Urogenitaltraktes entstehen. Auch Haarausfall, Knochenerkrankungen und Probleme mit den Ohren gehören dazu. Im emotionalen Bereich herrschen Angst, Furcht und Sorge vor. Bei Ausgeglichenheit des Elements entsteht Mut, Willenskraft und Vitalität.

Nieren-Meridian Zurück zur Übersicht der Meridiane
Funktion:

Regelt Geist- und Energiehaushalt des Körpers und sorgt für Widerstandskraft gegen psychischen Streß durch Steuerung der inneren Hormonsekretion. Entgiftet und reinigt das Blut und verhindert die Übersäuerung des Blutes. Außerdem reguliert er den Wasserhaushalt des Körpers. Die Nieren-Energie gibt uns die Fähigkeit, Streß jeder Art zu ertragen. Auf ihr beruht die sexuelle Kraft und Fruchtbarkeit.

Störungen der Nieren-Energie:
· Schmerzen im unteren Rücken mit dem Gefühl, dort durchzubrechen
· Nierenprobleme
· sexuelle Unlust, Impotenz, Unfruchtbarkeit
· Müdigkeit
· schwere seelische und körperliche Erschöpfungszustände
· frühzeitiges Ergrauen der Haare
· Hörstörungen
· Zahnprobleme
Blasen-Meridian Zurück zur Übersicht der Meridiane
Funktion:

Verbindung zum Zwischenhirn, das mit der Hypophyse und dem Nierenhormonsystem in Zusammenhang steht. Außerdem gibt es Auswirkungen auf das autonome Nervensystem, das die Fortpflanzungsorgane und das Harnsystem beeinflußt. Eine weitere Funktion zusammen mit der Nieren-Energie ist die Ausscheidung von Abfallstoffen durch den Urin. Die Blasen-Energie befähigt uns, kraftvoll und entschieden zu handeln.

Störungen der Blasen-Energie:
· Blasenbeschwerden
· Prostataentzündung
· Wirbelsäulenbeschwerden
· Zustände von Kraftlosigkeit und Erschöpfung
· übersteigertes Mißtrauen


Zwei Gefäße:

Das Konzeptionsgefäß und das Lenkergefäß werden zusammen als der große Zentralmeridian bezeichnet. Ihre gemeinsame Aufgabe ist es, die Energien der 12 Hauptmeridiane zu verbinden und auszugleichen.

Konzeptionsgefäß (Ren Mo) Zurück zur Übersicht der Meridiane

Das Konzeptionsgefäß wird auch 'der große mütterliche Strom' genannt. Er verbindet die Energien aller Yin-Meridiane und gleicht sie aus. Besondere Bedeutung hat er für die weiblichen Geschlechtsorgane, für die Fruchtbarkeit und Empfängnis. Er unterstützt die Fähigkeit, ruhig und offen zu sein; bereit zu empfangen und ermöglicht spirituellen Frieden.

Lenkergefäß (Du Mo) Zurück zur Übersicht der Meridiane

Das Lenkergefäß, auch Du Mo genannt, verbindet die Energien aller Yang-Meridiane und gleicht sie aus. Es ist wichtig für die Funktionen der Wirbelsäule sowie von Muskeln und Nerven und sorgt für innere Stabilität in Belastungssituationen.

Der Verlauf der einzelnen Meridiane ist der entsprechenden Literatur zu entnehmen.

Meridiane: Leber
Gallenblase
Herz
Dünndarm
Perikard
3-facher Wärmer
Milz
Magen
Lunge
Dickdarm
Niere
Blase
Element Holz Feuer Erde Metall Wasser
Jahreszeit Frühling Sommer Spätsommer Herbst Winter
Klima Wind Hitze Feuchtigkeit Trockenheit Kälte
Tageszeit Morgen Mittag Nachmittag Abend Nacht
Lebenszeit Kindheit Junges Erwachsenenalter Reife und Übergang Späte Reife und Niedergang Greisenalter, Tod
Körpergewebe Muskeln, Sehnen Blutgefäße Bindegewebe , Fleisch Haut Knochen, Knochenmark
Kraft zeigt sich in: Nägel Gesicht Lippen Körperhaar Kopfhaar
Sinnesorgan Auge Zunge Mund Nase Ohr
Gefühl Zorn, Wut Freude Mitgefühl Trauer Angst, Furcht
Klangfarbe der Stimme laut lachend, kichernd singend traurig oder ausdruckslos stöhnend
Farbe grün rot gelb, braun weiß schwarz, blau
Geschmack sauer bitter süß scharf salzig
Tabelle: verschiedene Erscheinungen des Menschen und der Natur sind dem jeweiligen Element und damit auch den dazugehörigen Meridianen zugeordnet.
Quellenangaben (siehe auch die Literatur-Tipps)

'Das große Shiatsu-Handbuch für Frauen' von Ray Ridolfi und Susanne Franzen, dtv
'Shiatsu für Anfänger' von Wilfried Rappenecker, Goldmann Verlag
'Die heilende Kraft des Shiatsu' von Paul Lundberg, Mosaik Verlag
'Das große Shiatsu Handbuch' von Chris Jarmey und Gabriel Mojay, O. W. Barth Verlag