Gesundheits-Info Juni 2007

Schachtelhalm (Ackerschachtelhalm)
auch Zinnkraut genannt

Pflanze: Equisetum arvense L.
Familie: Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae)
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Im Frühjahr treibt der Ackerschachtelhalm aus einem Wurzelstock Triebe an die Oberfläche. Ackerschachtelhalm sollte nur bei Kenntnis der giftigen Schachtelhalmarten gesammelt werden.

Vorkommen

Der Ackerschachtelhalm ist auf Ackerland als Unkraut weit verbreitet. Er besiedelt auch Wiesenränder, Ödland, Grabenränder und Böschungen. Er braucht feuchten und lehmigen Boden.

Inhaltsstoffe

Kieselsäure(bis zu 10%), Kaliumsalze, Flavonoide, Saponine.

Geschichte

Im Altertum benutzte man den Ackerschachtelhalm als blutstillendes Mittel, im Mittelalter wurde er verwendet bei Husten, Gicht, Ruhr und Steinleiden. Dann ist er als Heilpflanze in Vergessenheit geraten. Zinnkraut wurde nur noch zum Putzen des Zinngeschirrs genutzt, bis Sebastian Kneipp diese Heilpflanze wieder entdeckte. Sie wurde als leicht harntreibend, gegen Rheuma und Gicht, als Auflage bei schlecht heilenden Wunden, zum Gurgeln, Mundspülen und auch als Badezusatz empfohlen.

Heilwirkung und Anwendung

Ackerschachtelhalm ist als Tee wirksam bei rheumatischen Beschwerden, bei chronischem Husten und bei Ödemen. Er ist Bestandteil vieler Hustentees, aber auch von Rheuma-, Nieren-, Blasen- und Blutreinigungstee. Da Ackerschachtelhalm eine vermehrte Ausscheidung von Wasser bewirkt, ohne den Elektrolythaushalt zu beeinflussen oder zu verändern, eignet er sich gut zur Durchspülungstherapie bei der Behandlung von Katarrhen der Niere und der ableitenden Harnwege. Der Tee darf allerdings nicht verwendet werden, wenn die Herz- oder Nierentätigkeit eingeschränkt ist.

Tee

1 bis 2 Teelöffel geschnittenes Kraut pro viertel Liter Wasser entweder 12 Std. lang mit kaltem Wasser ausziehen oder mit heißem Wasser übergießen und nach ca. 30 Minuten abseihen. Es können 3 Tassen pro Tag über einen längeren Zeitraum getrunken werden.

Bäder

Die Bäder regen den Stoffwechsel der Haut an und beeinflussen daher Durchblutungsstörungen, Schwellungen nach Knochenbrüchen, Frostbeulen und offene Beine günstig. Da auch die meisten rheumatischen Erkrankungen und auch die Gicht Stoffwechselleiden sind und die lösliche Kieselsäure beim Baden teilweise vom Körper aufgenommen wird, wirkt ein Bad mit Ackerschachtelhalm auch hier lindernd. Für ein Vollbad benötigt man 100g Kraut, das 1 Std. in heißem Wasser ausgezogen wird. Dieser Extrakt wird dann dem Bad zugesetzt.

Tee-Zubereitung

Diese Teemischung ist wirksam bei Husten, Bronchial- und Lungenleiden und hat sich in der Erkältungszeit zur Vorbeugung bewährt, da er die Abwehrkräfte des Körpers aktiviert.

10,0 g Schachtelhalm
10,0 g Malvenblüten
10,0 g Lindenblüten
10,0 g Spitzwegerich
05,0 g Fenchelfrüchte
05,0 g Holunderblüten
05,0 g Thymian

2 Teelöffel dieser Mischung wird mit einem viertel Liter kochendem Wasser übergossen, 15 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Mit Honig süßen. 2 bis 3 Tassen täglich davon trinken.

Anwendung in der Homöopathie

Die Präparate Equisetum hiemale (Winterschachtelhalm) und Equisetum arvense (Ackerschachtelhalm) sind in ihrer Wirkung ähnlich. Die Mittel werden bei Blasen- und Nierenleiden eingesetzt und um die Wasserausscheidung anzuregen. Wegen des hohen Gehalts an Kieselsäure sind diese Mittel sehr struktur- und raumgebend. Es ergibt sich ein ähnliches Arzneimittelbild wie Silicea. Equisetum arvense wird auch bei Osteoporose und zur Aktivierung des Knochenwachstums gegeben.

Hinweise

Ackerschachtelhalm hat keine Nebenwirkungen. Bei eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit darf er jedoch nicht zur Durchspülungstherapie verwendet werden.


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