Gesundheits-Info August 2006

Liebende Güte - Metta - Meditation
Die fünf Achtsamkeitsübungen

nach Visuddhi Magga; neue Fassung Thich Nhat Hanh
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Liebende Güte - Metta - Meditation

Möge ich friedvoll, glücklich und leicht in Körper und Geist sein.

Möge ich sicher und beschützt sein.

Möge ich frei von Ärger, Kummer, Furcht und Angst sein.

Möge ich lernen, mich selbst mit Augen des Verstehens und der Liebe anzuschauen.

Möge ich fähig sein, die Samen der Freude und des Glücks zu erkennen und zu berühren.

Möge ich lernen, die Gründe von Ärger, Begehren und Unwissenheit in mir zu erkennen und zu sehen.

Möge ich erkennen wie ich die Samen der Freude in mir jeden Tag nähren kann.

Möge ich fähig sein, frisch, gefestigt und frei zu leben.

Möge ich frei von Anhaftung und Abneigung sein - ohne gleichgültig zu werden.

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Wir fangen bei der Metta-Meditation bei uns selbst an, denn bevor wir uns nicht gut um uns selbst gekümmert haben, können wir anderen nicht richtig helfen.

Dann richten wir die guten Wünsche auch an andere Wesen:

1. Möge ich friedvoll, glücklich in Körper und Geist sein...
2. Jemand, der/die uns geholfen hat mit guten Wünschen einhüllen: Mögest du...
3. Eine nahe/n Freund/in mit guten Wünschen einhüllen...
4. Eine neutrale Person mit guten Wünschen einhüllen...
5. Eine Person, mit der wir Schwierigkeiten und Konflikte haben, mit guten Wünschen einhüllen.


Die Fünf Achtsamkeitsübungen

Die erste Achtsamkeitsübung: Achtung vor dem Leben
Im Bewusstsein des Leidens, das durch die Zerstörung von Leben entsteht, bin ich entschlossen, Mitgefühl zu kultivieren und Wege zu erlernen, das Leben von Menschen, Tieren, Pflanzen und Mineralien zu schützen. Ich bin entschlossen, nicht zu töten, es nicht zuzulassen, dass andere töten und keine Form des Tötens zu unterstützen, weder in der Welt noch in meinem Denken oder in meiner Lebensweise.

Die zweite Achtsamkeitsübung: Großzügigkeit
Im Bewusstsein des Leidens, das durch Ausbeutung, soziale Ungerechtigkeit, Diebstahl und Unterdrückung entsteht, bin ich entschlossen, liebende Güte zu kultivieren und Wege zu erlernen, für das Wohlergehen von Menschen, Tieren, Pflanzen und Mineralien tätig zu sein. Ich will Großzügigkeit praktizieren, indem ich meine Zeit, Energie und materiellen Mittel mit denen teile, die sie wirklich brauchen. Ich bin entschlossen, nicht zu stehlen und nichts zu besitzen, was anderen zusteht. Ich will das Eigentum anderer achten, aber auch andere davon abhalten, sich an menschlichem Leiden oder dem Leiden anderer Lebensformen auf der Erde zu bereichern.

Die dritte Achtsamkeitsübung: sexuelle Verantwortung
Im Bewusstsein des Leidens, das durch sexuelles Fehlverhalten entsteht, bin ich entschlossen, Verantwortungsgefühl zu kultivieren und Wege zu erlernen, die Sicherheit und Integrität von Individuen, Paaren, Familien und der Gesellschaft zu schützen. Ich bin entschlossen, keine sexuelle Beziehung einzugehen ohne Liebe und die Bereitschaft zu einer langfristigen und verpflichtenden Bindung. Um mein eigenes Glück und das der anderen zu bewahren, bin ich entschlossen, meine Bindungen und die anderer zu respektieren. Ich will alles tun, was in meiner Macht steht, um Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen und um zu verhindern, dass Paare und Familien durch sexuelles Fehlverhalten auseinander brechen.

Die vierte Achtsamkeitsübung: aufmerksames Zuhören und liebevolles Sprechen
Im Bewusstsein des Leidens, das durch unachtsame Rede und aus der Unfähigkeit, anderen zuzuhören, entsteht, bin ich entschlossen, liebevolles Sprechen und tiefes Zuhören zu kultivieren, um anderen Freude und Glück zu bereiten und ihr Leiden lindern zu helfen. Im Wissen, dass Worte sowohl Glück als auch Leiden hervorrufen können, bin ich entschlossen, nichts Unwahres zu sagen und Worte zu gebrauchen, die Selbstvertrauen, Freude und Hoffnung fördern. Ich werde keine Nachrichten verbreiten, ohne ganz sicher zu sein, das sie der Wahrheit entsprechen und werde nichts kritisieren oder verurteilen, worüber ich nichts Genaues weiß. Ich will Äußerungen unterlassen, die Uneinigkeit oder Zwietracht verursachen können oder die dazu führen können, dass Familien oder Gemeinschaften zerbrechen. Ich bin entschlossen, alle Anstrengungen zur Versöhnung und Lösung aller Konflikte, so klein sie auch sein mögen, zu unternehmen.

Die fünfte Achtsamkeitsübung: achtsamer Umgang mit Konsumgütern
Im Bewusstsein des Leidens, das durch unachtsamen Umgang mit Konsumgütern entsteht, bin ich entschlossen, auf körperliche und geistige Gesundheit zu achten - sowohl meine eigene, als auch die meiner Familie und meiner Gesellschaft - indem ich achtsames Essen, Trinken und Konsumieren praktiziere. Ich will nur das zu mir nehmen, was den Frieden, das Wohlbefinden und die Freude in meinem Körper, meinem Bewusstsein und im kollektiven Körper und Bewusstsein meiner Familie und Gesellschaft erhält. Ich bin entschlossen, weder Alkohol noch andere Rauschmittel zu mir zu nehmen und keine Nahrungsmittel oder andere Dinge zu konsumieren, die Gifte enthalten, wie z.B. bestimmte Fernsehprogramme, Zeitschriften, Bücher, Filme und Gespräche. Ich bin mir bewusst, dass ich das Vertrauen meiner Vorfahren, meiner Eltern, meiner Gesellschaft und zukünftiger Generationen missbrauche, wenn ich meinen Körper oder mein Bewusstsein derart schädigenden Einflüssen aussetze. Ich werde daran arbeiten, Gewalt, Angst, Ärger und Verwirrung in mir selbst und in der Gesellschaft zu transformieren, indem ich eine angemessene körperliche und geistige Nahrung zu mir nehme. Ich weiß, dass eine bewusste Lebensweise entscheidend ist für meine eigene Veränderung und für die Veränderung der Gesellschaft.


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