Gesundheits-Info April 2005

Schafgarbe (Achillea millefolium L.)

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Schafgarbe Die Schafgarbe gehört zu den Korbblütengewächsen (Asteraceae). Die Pflanzen werden bis zu 1,5 m hoch und besitzen mehrfach fiederschnittige Blätter. Die kleinen Blütenköpfchen aus weißen oder rosafarbenen Zungenblüten sitzen in Doldenrispen. Die Blütezeit ist Juni bis Oktober.

Vorkommen
Die Schafgarbe ist in ganz Europa zuhause und wächst auf Wiesen sowie an Weg- und Feldrändern. Sie ist sehr genügsam, widerstandsfähig gegen Hitze und Kälte und stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden. Nur nasse oder sehr feuchte Böden verträgt sie schlecht. Die Pflanze wächst wild und wird auch in Kulturen gezüchtet. Medizinisch verwendet werden die Blüten oder das Kraut.

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe)
Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und verschiedene Mineralstoffe, insbesondere Kalium. Schafgarbenkraut und Blüten enthalten ein ätherisches Öl, dessen Gehalt und Zusammensetzung je nach Herkunft, Erntezeitpunkt und zugrunde liegender Schafgarbearten variieren kann. Teilweise überwiegen Monoterpene, wie Campher und Cineol, teilweise Sesquiterpene, wie z.B. Guaianolide, zu denen die Proazulene wie z.B. das Achillicin gehören, aus denen sich bei der Destillation Chamazulen bildet, das auch in der Kamille enthalten ist. Nach dem Arzneibuch muss die Droge einen Mindestgehalt von 0,02% Proazulene aufweisen. Ferner enthält das Kraut Bitterstoffe, im Tierversuch antitumoral wirkende Sesquiterpenoide (Achimillsäureester), Flavonoide, Cumarine, Pheniolcarbonsäuren und Betaine.

Heilwirkung und Anwendung
Durch das ätherische Öl und die Bitterstoffe zählt die Schafgarbe zu den Bittermitteln, wird also als Magenmittel, zur Appetitanregung, und bei Darm- und Gallebeschwerden eingesetzt. Es fördert die Gallesekretion. Das ätherische Öl wirkt antibakteriell, entzündungswidrig und krampflösend. Durch den hohen Gehalt an Kalium wird die Nierentätigkeit angeregt. Deshalb ist die Schafgarbe oft Bestandteil von Teemischungen für die Frühjahrs- und Herbst-Entschlackungskuren bzw. von Blutreinigungstees. Schafgarbe hat außerdem die Eigenschaft, äußere und innere Blutungen zu stillen. Eine Schafgarben-Abkochung ist auch zur Wundbehandlung geeignet. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Menstruationsbeschwerden. Besonders schmerzhafte und zu starke Regelblutungen mit Kreuzschmerzen und schmerzhafte Brüste vor der Regel können mit Schafgarbe behandelt werden.

Innerlich werden Schafgarbenzubereitungen bei Appetitlosigkeit und leichten, krampfartigen Beschwerden der Verdauungsorgane (Entzündungen, Durchfälle, Krämpfe) angewandt. Äußerlich in Form von Sitzbädern bei funktionellen Unterbauchbeschwerden der Frau und in Form von Umschlägen oder Spülungen bei entzündlichen Erkrankungen der Haut und Schleimhäute.

Weitere Anwendungsgebiete sind Kopfschmerzen, nächtliche Wadenkrämpfe, Blutarmut, Fluor albus (weißer Ausfluß). Es kann ebenfalls helfen gegen Würmer, und als Auflage bei Geschwüren, Blutergüssen sowie eiternden Wunden.

Maria Treben empfiehlt Schafgarbentee auch gegen Wechseljahrsbeschwerden, Störungen der Leber, sowie Migräne bzw. Kopfschmerzen mit Blutandrang, Schwindel, Übelkeit, Augenleiden mit Fließen und Tränen sowie stechenden Schmerzen, als auch gegen Nasenbluten.

Teezubereitung
Zwei gehäufte Teelöffel Schafgarbenkraut mit ¼ l kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen und davon täglich 2-3 Tassen mäßig warm trinken.

Teemischung bei Magen-, Darm- und Gallebeschwerden
30 g Schafgarbe
50 g Kamille
50 g Pfefferminze
Die Zubereitung erfolgt wie oben angegeben.

Schafgarbenbad
Als zusätzliche Maßnahme bei Menstruations- bzw. Unterleibsbeschwerden 50 bis 75 g Schafgarbenkraut mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen, 20 Minuten ziehen lassen, abseihen. Die Flüssigkeit dem Vollbad zugeben. Für ein Sitzbad verwendet man entsprechend weniger.

Anwendung in der Homöopathie
Die Urtinktur Millefolium wird aus frischem blühenden Schafgarbenkraut gewonnen. Verwendet werden die Potenzen D1 bis D6 bei Blutungen verschiedenster Art (Lunge, Darm, Nase, Uterus) sowie als Kreislaufmittel, Unterleibsmittel, bei Krampfadern und als Magen-, Darmmittel.

Verwendung als Gewürz
In der Küche wird es bei der Zubereitung fetter Speisen verwendet, z.B. Gänsebraten, Fleischeintöpfe. Schafgarbe würzt angenehm und fördert die Verdauung. Als Grüngewürz für Salate und Suppen, Eintöpfe und Weichkäsezubereitungen eignen sich junge Schafgarbenblätter hervorragend. Sie werden fein gehackt dazugegeben.

Nebenwirkungen
Nicht anwenden bei bekannter Allergie gegen Korbblütler. Vor allem die äußerliche Anwendung kann bei bestimmten Personen zu allergischen Hautreaktionen (juckende, entzündliche Hautveränderungen, Bläschenbildung) führen. Auch sollte die Schafgarbe während der Schwangerschaft oder Stillzeit nicht ohne ärztlichen Rat angewendet werden.

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