Gesundheits-Info Juni 2004

Thymian (Thymus vulgaris)

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Thymian (Thymus vulgaris)
Pflanzenbeschreibung
Thymian gehört zu der Familie der Lippenblütler. Der kleine Halbstrauch wird 10 bis 40 cm hoch. Die aufrechten vierkantigen Stengel sind kurz behaart und mit kleinen 4-10 cm langen elliptischen kurz gestielten oder sitzenden Blättchen besetzt. Die Unterseite der Blätter ist dicht graufilzig behaart, die Oberseite ist glatt und am Rand eingerollt. Die typischen Lippenblüten stehen in Ähren und sind blassrötlich gefärbt. Die ganze Pflanze duftet stark aromatisch.




Blütezeit
Mai/Juni bis August/September

Vorkommen
Die Heimat dieser Heil- und Gewürzpflanze ist der Mittelmeerraum. Bei uns in Kulturen und Garten gezogen kommt sie nur gelegentlich verwildert vor.

Ernte und Aufbereitung
Es wird das blühende Kraut geerntet, wobei die Triebspitzen bevorzugt werden. Gebündelt oder ausgebreitet wird es an der Luft im Halbschatten getrocknet. Bei künstlicher Wärme getrocknet, darf die Temperatur wegen der ätherischen Öle nicht über 35°C betragen.

Inhaltsstoffe/Wirkstoffe
Ätherisches Öl mit Thymol (bis zu 50%), Carvacrol, Borneol, Cymol, Pinen u.a., etwas Gerbstoff und Flavonoide.

Heilwirkung und Anwendung
Hauptwirkstoff ist das ätherische Öl, welches krampflösend und desinfizierend wirkt. Es wirkt hauptsächlich auf Lunge und Bronchien, Magen und Darm.

Anwendungsgebiete
Bronchitis, Keuchhusten und Erkältungskrankheiten der oberen Luftwege sowie Verdauungsbeschwerden.

Krampfartiger Husten, auch Keuchhusten, wird durch Thymian-Tee oder durch Auszüge aus der Heilpflanze in Form von Tropfen oder Säften gestillt, chronische und akute Bronchitis werden gebessert und asthmatische Anfälle gemildert. Extrakte aus dem Thymiankraut sind schleimlösend, sie fördern das Abhusten von zähem Schleim und haben sich als krampflösend erwiesen.

Auf den Verdauungstrakt wirkt Thymian belebend. Der Appetit wird durch Thymian-Tee angeregt, die Speisen besser verdaut. Gärungserscheinungen und krampfartige Beschwerden werden beseitigt, dünne Stühle normalisiert.

Thymian wird als Tee allein verwendet. Es ist aber auch Bestandteil vieler Hustentees und Magentees. Der Vollauszug aus der Pflanze ist ein wirksamer Bestandteil von Hustentropfen, Säften und Elixieren.

Bei Husten, Nervenschwäche, Rheuma und Darmbeschwerden kann auch ein Thymian-Bad genommen werden. Dazu werden 100g Thymiankraut mit 1 Liter kochendem Wasser übergossen, 15-20 Minuten ziehen lassen, abseihen und die Flüssigkeit dem Vollbad zusetzen.

Teezubereitungen

Thymian-Tee
1 gehäuften Teelöffel Thymiankraut mit ¼ Liter Wasser übergießen, zum Sieden erhitzen oder mit siedendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, danach abseihen. Den Tee warm und bei Husten mit Honig gesüßt trinken, 3 Tassen täglich.

Hustenteemischung mit Thymian
· 20,0 g Thymiankraut
· 10,0 g Kümmelfrüchte
· 10,0 g Pfefferminzblätter
· 10,0 g Tausendgüldenkraut

Zwei gehäufte Teelöffel dieser Mischung mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Warm und mit Honig gesüßt (Diabetiker nicht süßen) 3 Tassen täglich trinken.

Magenteemischung mit Thymian
· 20,0 g Thymiankraut
· 10,0 g Schlüsselblumenwurzel
· 10,0 g Anisfrüchte
· 10,0 g Spitzwegerichblätter
· 10,0 g Sonnentau

Zwei gehäufte Teelöffel dieser Mischung mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Den Tee warm und ungesüßt 3 Tassen täglich trinken.

Thymian als Gewürz
Thymian ist auch als Gewürz sehr beliebt. Es wird bei fetten Speisen eingesetzt, die dadurch nicht nur geschmacklich verbessert sondern auch leichter verdaulich werden. Alles, was fett ist, verträgt Thymian: fettes Fleisch, Speck, Bratkartoffeln, fetter Käse usw. Zusammen mit Rosmarin und etwas Salz ergibt Thymian eine empfehlenswerte Gewürzmischung für fette Fleischtöpfe. Auch in der Mittelmeerküche ist Thymian nicht wegzudenken und wird dort vielfach eingesetzt.

Thymian in der Homöopathie
Wird als Mittel Thymus vulgaris gegen Magenbeschwerden und Husten nur noch selten verwendet.

Thymian als Hausmittel
Schon im alten Ägypten baute man Thymian an. Und auch die Griechen und Römer verwendeten ihn. Zu uns kam er erst im 11. Jahrhundert und wurde als Mittel zur Förderung der Monatsblutung, als Wurmmittel, mit Honig als Kräftigungsmittel, gegen Kopfschmerzen und bei Husten und Heiserkeit verwendet. Ausserdem wurde es bei Akne und unreiner Haut eingesetzt. Aus dem ätherischen Öl mit dem Wirkstoff Thymol bereitet man einen Spiritus, der zur Wunddesinfektion und zum Einreiben bei Altersjucken gebraucht wird.

Nebenwirkungen
Bei einer Überempfindlichkeit gegen Lippenblütengewächse sollte Thymian nicht verwendet werden, ebenso während der Schwangerschaft und Stillzeit bzw. nur nach Rücksprache mit dem Arzt. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion, zu hohem Blutdruck und der Neigung zu Epilepsie ist von Thymianpräparaten ebenfalls abzuraten. Die Einnahme von hochkonzentriertem ätherischem Thymianöl kann die Leber schädigen, ausserdem ist es stark haut- und schleimhautreizend. Bei Verwendung des Thymian als Tee mit den angegebenen Dosierungen sind Nebenwirkungen nicht zu befürchten.

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