Gesundheits-Info Oktober 2003

Lavendel (Lavandula angustifolia / officinalis)

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Lavendel (Lavandula angustifolia / officinalis)

Echter Lavendel
Gehört zu den Lippenblütengewächsen

Verwendete Pflanzenteile:
Die Blüten und das daraus gewonnene ätherische Öl.


Pflanzenbeschreibung:
Lavendel wird 40 bis 100 cm hoch. Die Zweige dieses Halbstrauches sind aufrecht und tragen gegenständig angeordnete lineale bis lanzettartige ganzrandige, graugrüne Blätter. Sie sind am Rand eingerollt, die unteren zeigen an beiden Seiten eine weissfilzige Behaarung. Die violetten Blüten bilden endständige Ährenblütenstände.

Blütezeit:
Juli bis August

Vorkommen:
Im westlichen Mittelmeerraum ist der Lavendel heimisch. Bei uns wird er in Gärten gezogen und kommt daraus verwildert gelegentlich frei vor. Der für Arzneien genutzte Lavendel stammt aus Kulturen.

Ernte und Aufbereitung:
Die Blüten werden geerntet, wenn sie sich gerade entfaltet haben. Die jeweiligen Triebe werden abgeschnitten und zum Trocknen aufgehängt. Die Blüten werden nach dem Trocknen abgerebelt. Das ätherische Öl gewinnt man durch Wasserdampfdestillation.

Inhaltsstoffe / Wirkstoffe:
Der Hauptwirkstoff des Lavendel ist das angenehm duftende ätherische Öl der Blüten. Ausserdem sind Gerbstoffe, Phytosterole, Flavonoide und Cumarine enthalten.

Therapeutische Eigenschaften:
Antiseptisch, krampflösend, beruhigend, hustenstillend. Äusserliche Anwendung als anregende, deodorierende und antirheumatisch wirkende Einreibungen.

Heilwirkung und Anwendung: Lavendel wird eingesetzt bei Befindlichkeitsstörungen wie

· Unruhezustände
· Einschlafstörungen
· vegetative Dystonie
· Appetitlosigkeit
· funktionellen Oberbauchbeschwerden
· nervöser Reizmagen
· nervöse Darmbeschwerden
· Blähungen

Lavendelblüten wirken beruhigend auf das Zentralnervensystem und auf das Nervensystem der Luftröhre.

Die enthaltenen Gerbstoffe haben eine stopfende Wirkung bei Durchfällen, besonders wenn sie von Gärungsprozessen begleitet sind.

Lavendelblüten lassen sich auch als Gallemittel einsetzen.

weitere Anwendungsmöglichkeiten bei:
· Blutandrang im Kopf
· Kolik
· Übelkeit
· Schwindel
· Ohnmacht
· Migräne
· Kopfschmerzen
· Schlaganfall
· Nervenschwäche
· Gelbsucht
· Lebererkrankungen
· Milzerkrankungen
· Gliederschmerzen
· Rheuma
· Gicht

Lavendelblütentee:
lässt sich gut bei Einschlafstörungen und bei Nervosität einsetzen.

Zubereitung:
Zwei gehäufte Teelöffel Lavendelblüten werden mit ¼ Liter kochendem Wasser übergossen und nach 5-10 Minuten abgeseiht. Der Tee kann mit Honig gesüsst werden. Bei Magen- und Darmbeschwerden und bei Durchfällen sollte er ungesüsst getrunken werden.

Lavendel-Bad:
Zur Beruhigung und Entspannung. Ausserdem zur Behandlung von funktionellen Kreislaufstörungen.

Ein Lavendel-Bad bekommt Menschen mit niedrigem Blutdruck besondes gut. Sie werden dadurch erfrischt.

Überreizten Menschen bringt ein Lavendel-Bad eine ausgleichende Beruhigung und Entspannung.

Zubereitung:
50-60 g Lavendelblüten werden mit 1 Liter Wasser übergossen, zum Sieden erhitzt und nach 10 Minuten abgeseiht. Diese Flüssigkeit wird dem Vollbad zugesetzt.

Lavendel-Spiritus:
ist eine Spezialität, die in der Apotheke erhältlich ist. Als Einreibung bei Rheuma wird er häufig verwendet.

Lavendelsäckchen:
sind mit Lavendelblüten gefüllte Stoffsäckchen, die in den Kleiderschrank gelegt werden, um Motten abzuwehren. Diese Säckchen sind auch ideal auf dem Kopfkissen als Einschlafhilfe. Sie helfen auch bei Kopfschmerzen und Migräne. Lavendelblüten sind ein sehr beliebter Bestandteil von Schlafkissenfüllungen, zusammen mit Hopfen und Melisse zu gleichen Teilen.

Nebenwirkungen:
Lavendelblüten sind unbedenklich anzuwenden. Vorsicht ist jedoch geboten bei der innerlichen Anwendung von Lavendelöl. In grösseren Mengen, ab ca. 1 g kann es neben Reizerscheinungen in Magen und Darm auch zu Benommenheit und Bewusstseinsstörungen kommen.

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