Gesundheits-Info Februar 2003

Kamille (Chamomilla)

Zurück zur Gesundheitsinfo-Übersicht
Kamille (Chamomilla)

Die Kamille gehört zu den Korbblütengewächsen. Sie ist eine anspruchslose Pflanze. Sie wächst in fast ganz Europa auf Äckern, Schuttplätzen und Brachland, an Wegesrändern, Böschungen und in Getreidefeldern. Ihre Blütezeit ist von Mai bis Juni.

Verwendet werden meist nur die Blüten ohne Stiel.

Inhaltsstoffe/Wirkstoffe
Der wichtigste Bestandteil der Kamille ist das ätherische Öl. Es ist sehr kompliziert zusammengesetzt und besteht u.a. aus Chamazulen, a-Bisabolol, Flavonoide und Cumarine.

Heilwirkung und Anwendung
Kamille hat entzündungswidrige und krampflösende Eigenschaften. Ausserdem wirkt sie blähungstreibend, antibakteriell, wundheilungsfördernd und desodorierend. Im Gegensatz zu vielen anderen ätherischen Ölen verursacht Kamillenöl keine Haut- und Schleimhautreizungen.

Kamille wird innerlich und äusserlich angewandt.

Innere Anwendung bei
· akuten Magenbeschwerden
· Magenschleimhautentzündung
· Magengeschwüren
· Magen-Darm-Beschwerden

Es empfiehlt sich dreimal täglich eine Tasse ungesüssten Kamillentee auf leeren Magen zu trinken.

Sind die Magenbeschwerden kombiniert mit Gallebeschwerden, so kann Kamille mit Pfefferminze und Melisse gemischt werden. Aus dieser Mischung wird dreimal täglich eine Tasse Tee zubereitet und auf nüchternen Magen getrunken.

Sind die Magenbeschwerden überwiegend nervös bedingt, so mischt man Kamillenblüten und Melisse im Verhältnis 1:1 und bereitet sich daraus einen Tee.

Auch eine Rollkur kann bei einer Magenschleimhautentzündung oder bei Magengeschwüren gut eingesetzt werden: Dafür trinkt man morgens vor dem Aufstehen eine Tasse warmen Kamillentee (in einer Thermosflasche neben das Bett stellen), ungesüsst, in kleinen Schlucken, legt sich dann entspannt 5 Minuten auf den Rücken, 5 Minuten Seitenlage links, 5 Minuten auf dem Bauch und abschliessend 5 Minuten Seitenlage rechts.

Teezubereitung
von den Teemischungen oder den Kamillenblüten nimmt man 1-2 gehäufte Teelöffel und übergiesst das Ganze mit ¼ l Wasser und lässt es 10 Minuten lang ziehen. Danach abseihen und warm, nicht heiss, trinken.

Äussere Anwendung
Äusserlich wird die Kamille wegen ihrer entzündungswidrigen Eigenschaften bei schlecht heilenden Wunden genutzt. Bäder mit Kamillenzusätzen oder feuchte Umschläge haben sich ebenso gut bewährt wie Spülungen bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum.

Auch bei Pilzerkrankungen kann man sie anwenden. Entzündungen im Anal- und Vaginalbereich werden durch Spülungen mit Kamillentee oder durch Kamillen-Sitzbäder günstig beeinflusst.

Bei Schnupfen, akuten oder chronischen Entzündungen der Nase, des Rachenraums und der Nebenhöhlen sind Kamille-Dampfbäder sehr gut geeignet. Durch Schnupfen angegriffene Nasenschleimhaut heilt mit Kamillensalbe sehr gut ab. Auch rissige und spröde Haut lässt sich gut mit Kamillensalbe behandeln.

Zur Pflege sensibler und trockener, schuppiger Haut eignet sich ein Kamillenvollbad.

Verwendungsformen
Wer Kamillenblüten nicht selbst sammeln möchte, kann Kamille auch im Handel beziehen. Kamillenblüten für Tee oder Aufgüsse gibt es im Reformhaus oder in Apotheken. Ausserdem werden auch Kamillenöl und Kamillensalbe angeboten.

Anwendung in der Homöopathie
In der Homöopathie ist Chamomilla hauptsächlich ein Nervenmittel. Eine Überempfindlichkeit der Sinnesorgane und der sensiblen Nerven wird durch Chamomilla günstig beeinflusst. Bei Kopf- und Gesichtsneuralgien sowie stechenden Kopfschmerzen, entzündeten Augen und Ohren mit stechenden Schmerzen lässt es sich ebenso gut einsetzen wie bei Zahnschmerzen, krampfartigen Schmerzen der Verdauungsorgane und Glieder- und Muskelschmerzen (Rheuma).

Nebenwirkungen
Bei richtiger Dosierung ist Kamille unschädlich. Sie ist jedoch nicht für den Dauergebrauch geeignet. Wenn Kamillentee über Jahre getrunken wird, kann es in seltenen Fällen zu Schwindel, Bindehautentzündung und nervöser Unruhe kommen.

Kamillentee soll ausserdem nicht für Augenspülungen verwendet werden!

Zurück zur Gesundheitsinfo-Übersicht