Gesundheits-Info Juni 2002

Brennessel (Urtica dioica/U.urens)

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Brennessel

Die Brennessel ist eine alte Heilpflanze und gehört zu den bekanntesten Kräutern. Die Blütezeit ist von Mai bis Juli. Geerntet werden die wildwachsenden Pflanzen von Mai bis August. Verwendet werden die Blätter, die luftgetrocknet werden, oder das ganze Kraut, aus dem Brennesselsaft gewonnen wird. Es kann auch die Brennesselwurzel für Tee verwendet werden.

Inhaltsstoffe/Wirkstoffe

Flavonoide, Chlorophyll, Carotinoide, Vitamine, Mineralstoffe, Beta-Sitosterin, Pflanzensäuren.

In den Brennhaaren: kleine Mengen Acetylcholin, Serotonin und Ameisensäure.

In der Wurzel: Sterole, Sterylglucoside, Lignane, Gerbstoffe.

Anwendungsgebiete

Die Brennessel regt den gesamten Körperstoffwechsel an und ist deshalb Bestandteil vieler Teemischungen insbesondere für Frühjahrs- und Herbstkuren. Sie reinigt den ganzen Körper von Schlackenstoffen und entgiftet, wirkt außerdem blutreinigend bei Hautkrankheiten und regt die Verdauungsdrüsen an. Durch ihren hohen Mineralstoffgehalt wirkt sie ausgleichend bei Mineralstoffmangel.

Brennessel hat diuretische (Anregung der Harnausscheidung/ Erhöhung der Harnmenge), entzündungshemmende und antirheumatische Eigenschaften und wirkt deshalb bei:
- Rheuma, Gicht
- Leber- und Gallebeschwerden
- Prostatabeschwerden
- Nierengrieß
- entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege

Gegenanzeigen

Bei Stauungen und Wasseransammlungen (Ödeme) infolge eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit ist die Verwendung von Brennesseltee, -saft und Teemischungen mit einem hohen Brennesselanteil nicht angezeigt. Dies gilt auch für andere Diuretika (wassertreibende Mittel).

Nebenwirkungen

sind keine bekannt.

Zubereitung von Brennesselblätter-/Brennesselwurzel-Tee

2 gehäufte Teelöffel Brennesselblätter oder -wurzeln mit ¼ l kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen, abseihen. Morgens und abends je eine Tasse über einen Zeitraum von 4 - 8 Wochen trinken.

Teemischung bei Rheuma, degenerativen Gelenkerkrankungen, Nieren- und Gallensteine

20 g Brennesselblätter
20 g Löwenzahnwurzel mit Kraut
10 g Schachtelhalm
5 g Birkenblätter
5 g Hagebutten mit Samen

Davon zwei gehäufte Teelöffel mit ¼ l kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen, anschließend abseihen. Über 6 Wochen kurmäßig dreimal täglich eine Tasse trinken.

Anwendung in der Homöopathie

Es wird die kleine Brennessel (Urtica urens) verwendet. Einsatz
- gegen Nesselsucht und anderen Hautausschlägen mit Brennen und Jucken.
- bei leichten Verbrennungen und Sonnenbrand
- bei Rheuma und Gicht
- zur besseren Ausscheidung der Harnsäure

Brennesselsamen bzw. -früchte:

setzt man bei Schwächezuständen sowie als Kräftigungsmittel älterer Menschen ein. Dadurch werden alle Lebensvorgänge aktiviert und die körpereigenen Abwehrkräfte gesteigert.

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