Gesundheits-Info Februar 2002

Migräne

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Bei Migräne handelt es sich um anfallsweise, meist sehr starke Kopfschmerzen, die vorwiegend einseitig auftreten mit vegetativen Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen.

Einem Migräneanfall gehen in der Regel Sehstörungen, Lichtempfindlichkeit und Übelkeit/Erbrechen voraus, häufig begleiten sie den Anfall auch, der stunden- oder sogar tagelang anhalten kann.

Es sind ca 10-15 % der Bevölkerung davon betroffen, dabei Frauen häufiger als Männer.

Die Ursache ist unklar, häufig spielt eine erblich bedingte Veranlagung eine Rolle, es gibt aber auch andere organische Mitursachen.

Die Auslöser für einen Migräneanfall sind ganz individuell. Häufige Auslöser sind bestimmte Käsesorten, Rotwein, Schokolade, Medikamente, aber auch Wettereinflüsse, Lärm, Streß, psychische Faktoren (Belastung, dann Entlastung am Wochenende), hormonelle Einflüsse (Menstruation).

Seelische Ursachen sind meist die Hauptursachen. Migränebetroffene leben oft in einem intellektuellen Zwiespalt. Ihre Situation bereitet ihnen im wahrsten Sinne des Wortes Kopfzerbrechen, doch sind sie nicht in der Lage, ihren Gefühlen angemessen Ausdruck zu verleihen. Der Kampf zwischen Intellekt und Gefühlen zeigt sich in dem einseitigen Auftreten der Schmerzen.

Migräne- und Kopfschmerzpatienten reagieren oft verkrampft auf äußere Belastungen. Sie haben die Tendenz, introvertiert, also nach innen zu reagieren, wobei sie eigentlich konfrontiert werden sollten. D.h. Sie entziehen sich der Konfrontation.

Durch starke Leistungsorientierung, sowie Perfektionismus und Ehrgeiz kommt es zu einer großen Anspannung und Belastung auf seelischer, geistiger und körperlicher Ebene, wodurch der Ausgleich zwischen Aktivität und Passivität bzw. Entspannung nicht mehr gegeben ist. Daher ist es wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, die Belastungen abbauen wie Entspannungstechniken, Streßbewältigungstraining usw. .

Durch Verkrampfung und Anspannung leiden die Betroffenen auch häufig unter Verstopfung. Das 'Nicht-Loslassen-Können' wirkt sich auch auf den Darm aus, so daß sie sich schwer von ihrem Darminhalt trennen können.

Deshalb ist eine Darmreinigung und -sanierung wichtig. Der abgelagerte Darminhalt, der sich im Dickdarm staut, produziert eine Menge Toxine (Giftstoffe) und Alkohole, die über die Darmzotten in den Organismus gelangen. Gerade die Alkohole, die im Darm freigesetzt werden, wandern über das Blut ins Gehirn und führen dort zu Reaktionen wie Kopfschmerzen.

Es sollte daher auch eine Entgiftung des Körpers durch geeignete Ausleitungsverfahren, die von einem erfahrenen Heilpraktiker begleitet werden kann, sowie anschließender Darmsanierung durch geeignete Naturheilmittel.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Teekur, die den Stoffwechsel, wie Leber- und Gallefunktion anregen.

Auch Heilfasten ist eine Möglichkeit, den Körper durch Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten zu entlasten.

Weitere Probleme bei Migränepatienten sind Verspannungen bzw. Verkrampfungen oder Ablagerungen an der Halswirbelsäule. Durch chiropraktische oder osteopathische Behandlungen können Fehlstellungen der Wirbel und blockierte Wirbelgelenke gelöst werden.

Da Anspannungen und Verkrampfungen bei Migränebetroffenen generell ein Problem sind, sollten Entspannungsmethoden wie z. B. Autogenes Training, Qi Gong, Yoga oder ähnliches erlernt werden.

Sowie die Betroffenen bestimmte Nahrungsmittel, die einen Anfall auslösen könnten reduzieren bzw. meiden sollte, so sollten ebenfalls Nahrungsmittel, die zu lange im Darm verweilen (und damit faulen und Giftstoffe produzieren können), wie z. B. Fleisch, reduziert oder ganz weglassen werden. Dafür sollten verdauungsfördernde und frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte eingesetzt werden. Außerdem ist eine ausreichende Wasseraufnahme für den Stoffwechsel wichtig. Es sollte ca. 2 l Wasser am Tag getrunken werden, damit alle Stoffwechselfunktionen ordnungsgemäß ablaufen und Endprodukte ausgeschieden werden können.

Eine weitere Möglichkeit der Behandlung ist der Einsatz von homöopathischen Mitteln durch erfahrene Homöopathen bzw. Heilpraktiker. So gibt es verschiedene Komplexmittel (z. B. Cranio-cyl Migränekomplex oder Biologische Migränetropfen), aber auch Einzelmittel, die individuell bei Migränepatienten eingesetzt werden können, z. B. Melilotus (Steinklee), Cimicifuga (Traubensilberkerze), Centaurium (Tausendgüldenkraut), Secale cornutum u.v.m. .

Aber auch die Biochemischen Mittel nach Dr. Schüßler wie z. B. Die Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) bringen Linderung.

Regelmäßige Shiatsu- oder Jin Shin Jyutsu-Behandlungen sind optimal, um die Häufigkeit der Anfälle zu reduzieren. Durch Lösen von Blockaden wird die Energieversorgung verbessert und eine Balance im Energiesystem hergestellt. So werden dabei z. B. Leber- und Gallenblasenmeridiane bzw. -ströme behandelt. Auch Entgiftungsströme sind sehr effektiv bei Migräne. Shiatsu- oder Jin Shin Jyutsu-Therapeuten können auch Griffe oder Punkte am Körper zeigen, die man bei einem akuten Anfall massiert bzw, strömt. Zur Selbsthilfe gibt es ebenfalls verschiedene Literatur, z. B. Über Akupressur im Handel.

Biofeedback aus der medizinischen Verhaltenstherapie gewinnt bei Migräne- und Kopfschmerzpatienten immer mehr an Bedeutung. Durch Sichtbarmachen körperlicher,unbewußt ablaufender Funktionen (z. B. Durchblutung und Durchmesser der Schläfenarterien) kann der Patient durch mentales Training die Gehirndurchblutung willentlich beeinflussen, so daß die Möglichkeit besteht, bei Migräneattacken einzugreifen.

In der schulmedizinischen Behandlung werden oft starke Präparate mit nicht unerheblichen Nebenwirkungen eingesetzt. Auf die Dauer ist das keine Lösung. Wie oben beschrieben, gibt es verschiedene Möglichkeiten, Migräne zu behandeln und so Attacken vorzubeugen. Die Therapie muß sich nach den individuellen Bedürfnissen der Erkrankten richten und sollte von erfahrenen Heilpraktikern bzw. Therapeuten begleitet werden.

Möglichkeiten der Selbstbehandlung:

Folgende Tees aus der Pflanzenheilkunde können Migränebetroffene ausprobieren:

- Schlüsselblumentee gegen Migräne
Zubereitung:
1 Teelöffel Schlüsselblumenwurzel oder 2 Teelöffel Blüten mit ¼ l Wasser zum Sieden erhitzen und 5 Minuten ziehen lassen, dann abgießen. Davon 2-3 Tassen pro Tag trinken.

-Waldmeistertee gegen Migräne
Zubereitung:
1 gehäufter Teelöffel Waldmeisterkraut mit ¼ l kochendem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen. Nach dem Abseihen eventuell mit Honig süßen. Davon 2-3 Tassen pro Tag trinken.

Auch die Gewürzheilkunde kennt einige Mittel zur Reduzierung der Häufigkeit von Migräneanfällen bzw. zur Linderung von akuten Anfällen. Vor allem Dill, Koriander, Mohn, Pfeffer und Salbei haben sich hierbei bewährt.

Vorbeugend hilft ein Gewürzsud aus
- 2 Teilen Mohn (gemahlen)
- 1 Teil Pfeffer
- 1 Teil Dill und
- 1 Teil Salbei

Dazu werden ½ l Wasser erhitzt, es darf jedoch nicht kochen. In das heiße Wasser werden 1-2 Teelöffel möglichst frisch gemahlene Gewürze gegeben. Den Sud ca. 5 Minuten ziehen lassen, danach werden die festen Bestandteile mit Hilfe eines feinen Siebes oder Kaffeefilters/Teefilters abgeseiht. Wenn der Sud erkaltet ist, wird er in ein verschließbares dunkles Glas oder Flasche gegben und im Kühlschrank aufbewahrt. Von diesem Sud werden zweimal täglich 3 Eßlöffel eingenommen. Wenn die Häufigkeit der Migräneanfälle abnimmt, kann die Dosis allmählich verringert werden.

Bei einem akuten Anfall gibt ein Gewürztee Linderung, der aus
- 2 Teilen Salbei
- 1 Teil Koriander
- 1 Teil Pfeffer besteht

Die Gewürze für diesen Tee sollten nicht zu fein gemahlen, sondern nur aufgebrochen werden. Die für den Tee benötigte Menge Wasser (1 Becher oder 1Tasse) wird erhitzt, aber nicht zum Kochen gebracht. Dann werden die Gewürze hineingegeben. 5 Minuten ziehenlassen, dabei gelegentlich umrühren. Anschließend wird der Tee durch ein feines Teesieb abgegossen und mit Milch und Honig abgeschmeckt. Der Tee kann heiß, warm oder kalt getrunken werden.

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