Gesundheits-Info Oktober 2001

Jin Shin Jyutsu ®

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Jin Shin Jyutsu ® ist eine Heilkunst aus Japan, die Anfang des 20. Jahrhunderts von dem Japaner Jiro Murai entdeckt bzw. entwickelt wurde. Diese ganzheitliche Heilmethode bringt Körper, Geist und Seele in Harmonie und Einklang. Dadurch werden Störungen und Disharmonien beseitigt und Heilung kann geschehen.

Näheres dazu auch unter Jin Shin Jyutsu ®.

Harmonisierung der 5 Einstellungen

Im Jin Shin Jyutsu ist die Ursache aller Störungen, Disharmonien und Krankheiten immer auf der geistigen Ebene zu finden. Es gibt sogenannte Einstellungen, das sind Angst, Sorge, Wut, Trauer, Bemühung (zu sehr im Tun und im Wollen)/Verstellung (Nicht-Echt-Sein), die dann zu Krankheiten und Disharmonien führen, wenn an einer der Einstellung festgehalten wird. Der Begriff Einstellung bezeichnet eine fixierte emotionale Reaktion wie z. B. gewohnheitsmäßige Angst oder Wut. Jeder kennt diese fünf Einstellungen, doch nur das Verhaftetsein an ihnen führt zu Störungen und Krankheit. Das bedeutet, sich mal Sorgen zu machen oder mal Angst zu haben durchaus in Ordnung ist, doch wer darin steckenbleibt, das heißt sich ständig Sorgen macht oder in latenter Angst lebt, gerät aus dem Gleichgewicht. Die unflexible, unnachgiebige Natur der Einstellungen ist eine Hauptquelle der Disharmonie und somit die Ursache für entstehende Symptome bzw. Krankheiten. Demnach bedeutet das Vorherrschen einer bestimmten Einstellung, daß die damit in Verbindung stehende Tiefe (Tiefe = bestimmte Ebene, der u. a. die Einstellung sowie die entsprechenden Organe zugeordnet sind -> siehe Tabelle) aus dem Gleichgewicht gerät. Dieses Ungleichgewicht kann selbstverständlich die entsprechenden Organfunktionen, die von der jeweiligen Tiefe regiert wird, negativ beeinflussen.

So ist zum Beispiel auch in der westlichen Welt bekannt, daß zu viele Sorgen auf den Magen schlagen und Symptome bzw. Krankheiten hervorrufen kann. Ein Mensch, der sich über eine längeren Zeitraum sehr viele Sorgen macht, kann z. B. an einem Magengeschwür erkranken.

Ebene bzw. Tiefe dazugehöriges Organ dazugehörige Einstellung
1. Tiefe Magen/Milz Sorge
2. Tiefe Lunge/Dickdarm Trauer, negatives Denken
3. Tiefe Leber/Gallenblase Wut, Ärger
4. Tiefe Niere/Blase Angst
5. Tiefe Herz/Dünndarm Bemühung, Verstellung, Nicht-Echt-Sein

Um die Verbindung der Einstellung zu den dazugehörigen Organen deutlicher zu machen, wird ein zweites Beispiel beschrieben, das fast jeder schon am eigenen Leib erfahren hat. So die Verbindung zwischen der Emotion Angst und den dazugehörigen Organen Blase/Niere. In angstbehafteten Situationen wie z. B. Prüfungen (Prüfungsangst) ist ein vermehrter Harndrang festzustellen. Der Betroffene muß häufiger zur Toilette. Dies wird natürlich noch nicht als krankhaft bezeichnet, sondern gilt als Ausnahmesituation. Erst wenn eine Emotion bzw. Einstellung länger da ist, man sagt, wenn der Betroffenen in dieser Einstellung verhaftet ist, kommt es zu Symptomen oder Krankheiten in den dazugehörigen Organen. Andersherum kann an den Symptomen eines Menschen erkannt werden, in welcher Einstellung er gefangen ist.

Nun gibt es im Jin Shin Jyutsu eine ganz einfache Methode, diese Einstellung, an die man gerade verhaftet ist, loszulassen und sich damit wieder in Harmonie zu bringen. Jede Einstellung ist einem bestimmten Finger zugeordnet und damit natürlich auch die entsprechenden Tiefen bzw. Ebenen und Organe:

1.Tiefe Daumen Magen/Milz Sorge
2.Tiefe Ringfinger Lunge, Dickdarm Trauer
3.Tiefe Mittelfinger Leber/Gallen-blase Wut/Ärger
4.Tiefe Zeigefinger Blase/Niere Angst
5.Tiefe kleiner Finger Herz/Dünndarm Bemühung, Verstellung, Nicht-Echt-Sein

Es wird einfach der entsprechende Finger mit der anderen Hand gehalten. Wenn ich z. Bsp. aus der Einstellung Trauer nicht rauskomme, umfasse ich mit einer Hand den Ringfinger. Im JinShin Jyutsu wird das als Strömen bezeichnet. Ich ströme also den Ringfinger, um die Emotionen und mich selbst zu harmonisieren und in Balance zu bringen. Umgekehrt kann ich bei Symptomen oder Krankheiten den entsprechenden Finger strömen. So ströme ich beispielsweise den Zeigefinger, wenn ich an einem Harnwegsinfekt leide. Bei Herzproblemen wird der kleine Finger geströmt usw.

So kann jeder für sich einmal ausprobieren, z. B. in einer angstbehafteten Situation den Zeigefinger zu halten bzw. zu strömen, bis die Emotion Angst sich auflöst. Ein wahrhaft befreiendes Gefühl, auf so einfache Weise wieder in Harmonie zu kommen. Das Fingerströmen ist außerordentlich wirkungsvoll. Man muß es selbst einmal erlebt haben, wie sich die Emotion durch einfaches Strömen des Fingers auflöst und man selbst wieder ins Gleichgewicht kommt. Das Fingerströmen erhält eine enorme Wichtigkeit, wenn man bedenkt, daß man sich auf so einfache Art und Weise vor den entsprechenden Symptomen oder Krankheiten schützen kann, da man durch diese Methode die Einstellung loslassen kann, an die man verhaftet ist. Andersherum können Krankheiten durch einfaches Fingerströmen positiv beeinflußt werden.

Das Fingerströmen kann als Vorsorge aller Disharmonien und Krankheiten betrachtet werden. Damit hat man es im wahrsten Sinne des Wortes selbst in der Hand, gesund und im Einklang zu sein.

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